Das Rauschen der...


    Verbundenheit.

    Nr. 1 Vivien und Julia



    Verbundenheit. Und das nicht nur zueinander, sondern auch zu einem ganz bestimmten Ort - dem Dorum-Neufelder Leuchtturmdenkmal Obereversand. Wir haben uns Vivien und Julia Schade geschnappt und sie über ihre außergewöhnliche Eheschließung und allerlei anderem Sinnigen und - zugegebenermaßen - auch Unsinnigen befragt.

    Der erste Kontakt war recht schnell hergestellt. Wir haben gefragt, Vivien hat geantwortet. Die beiden Frauen haben keine Berührungsängste - nein sogar große Lust - ihre Geschichte zu erzählen.

    Sie beginnt mit einem Blind-Date in Hamburg und endet mit einer Eheschließung auf einem Leuchtturm.

    Die eine denkt zuerst an Leuchttürme und die andere schwärmt von Erholung und Ruhe. Vivien und Julia, das Paar das sich an der Wurster Nordseeküste getraut hat.
    Ob verträumt und liebevoll oder ehrgeizig und tollpatschig - so unterschiedlich sie sich gegenseitig beschreiben, so verbindet sie doch eine gemeinsame Geschichte mit der Nordsee, die wir gern erzählen möchten.

    Bei der Antwort auf die Frage nach ihrem ersten Kennenlernen waren sich die beiden überhaupt nicht einig. Doch bei der Frage nach der liebsten Aktivität, wenn sie im Urlaub in Niedersachsen sind, gibt es keinen Zweifel: Das frische norddeutsche Essen hat es den beiden angetan.
    Beide sehen die Nordseeküste als zweite Heimat an und genossen sowohl ihren ersten gemeinsamen Urlaub als auch unzählige weitere Auszeiten vom stressigen Hamburger Alltag an der Nordseeküste. Einfach mal frische Nordseeluft atmen - simpel aber effektiv.

    Insbesondere der Leuchtturm Obereversand spielt in beider Leben eine große Rolle, denn hier haben sie sich im September 2018 das „Ja-Wort“ gegeben.

     

    Der lange Steg und die maritime Atmosphäre waren zwei der Gründe für die mehr oder weniger stressige Eheschließung der beiden Frauen vor zwei Jahren.

    Bereits die Planung hätte viele andere Brautpaare eine Menge grauer Haare beschert und vermutlich unzählige Nerven gekostet.
     
    Ursprünglich war die Hochzeit für einen späteren Zeitpunkt geplant. Da sich aber die Wunschlocation in Form eines Leuchtturmes zum ersten Wunschtermin einer aufwendigen Schönheitskur unterziehen musste und nicht begehbar war, entschied sich das Paar für eine Spontanhochzeit. Nur drei Monate nach dem Tag dieses Entschlusses.

    Von extra angefertigten Ringen über Blumenschmuck, zwei Kleidern bis hin zum Fotografen. Auf mysteriöse Art und Weise hat alles am Ende zwar sehr sportlich, aber dennoch reibungslos geklappt.

    Hochzeit um 8.30 Uhr in Dorum-Neufeld, am Abend vorher ein „schnelles Schnäpschen“ in Inge’s Bierstübchen und nach der Trauung eine leckere Mahlzeit mit der Hochzeitsgesellschaft - die am Ende doch deutlich größer als geplant war.

     

    Glücklicherweise sind die beiden umgeben von netten und unkomplizierten Menschen, die gern helfen und an der einen oder anderen Stelle für Rettungen in letzter Sekunde gesorgt haben. Während des 90-minütigen Rückweges zwischen Dorum-Neufeld und Hamburg, zum Beispiel, machen es sich die frisch vermählten im Jaguar eines Freundes bequem; auch die Suche nach einem reisefreudigen Fotografen wäre ohne das berühmte Vitamin B oder - in diesem Fall - dem glücklichen Zufall wohl kaum möglich gewesen. Dieser hat nämlich kurze Zeit vorher die Hochzeit von Viviens Cousine fotografisch begleitet.

    Angekommen in der Hamburger Heimat, konnte hier dann auch endlich ausgelassen gefeiert werden.

    Nachdem die beiden den aufregenden Tag für uns haben Revue passieren lassen, wollten wir aber selbstverständlich auch noch wissen, was sie denn nun außer ihrer Hochzeit mit unserem schönen Küstenabschnitt verbindet. Wir haben es uns einfach gemacht, indem wir genau das gefragt haben. Die Antworten überraschen jeden Einheimischen und Urlauber an der Wurster Nordseeküste vermutlich wenig - hier ist von frischer Luft, herzlichen Menschen und gutem Essen die Rede. Na klar.

    Überraschend ist jedoch die Antwort auf unsere Frage nach einer beliebigen Person des öffentlichen Lebens, denen die beiden die Wurster Nordseeküste für einen kurzen Moment zeigen dürften.

    Angela Merkel. Die Erklärung hierzu ist aber völlig logisch: Vivien möchte ihr zeigen, was wahre Ruhe bedeutet und welche Probleme es hier eben nicht gibt.

    Eine der wenigen Fragen, bei denen sich die beiden so gar nicht einig waren, ist die nach dem jeweils eher bevorzugten Haustier. Wattwurm oder Möwe.

    Julia brauchte nicht lange, um sich für den Tunnelbauer des Wattenmeeres zu entscheiden. Die Begründung hat etwas mit vom Himmel fallenden Exkrementen zu tun, die im Falle eines Wattwurmes ausbleiben würden.

    Vivien sieht das ganz anders und antwortet exakt so, wie es sich jede Werbeagentur gewünscht hätte: Die Möwe – „[…] weil eine Möwe frei ist und durch die Lüfte fliegen kann. Das ist eine sehr gute Parallele zu uns. Wir lassen uns nichts vorschreiben und tun das, was wir wollen…[…]“

    Gespannt und sehr gern haben wir den Ausführungen der beiden gelauscht, die unsere Fragen geduldig und einzeln beantwortet haben. Manchmal zum Schmunzeln, manchmal zum Träumen…